Du schliefst, Land Mecklenburg

Liedtexte

 

 

Eine ritterschaftliche Stimme beim Rothspon

Wir sind mit dem zufrieden
Mit dem, was uns beschieden
Die gute, alte Zeit.
Was ihr auch sprecht und schreibet
Ein Mecklenburger bleibet    
Ein Mecklenburger stets.   

Refr.:
Hali, halo, hali, halo
Bei uns bleibt’s immer so

Wir ernten reichlich Futter,
Verkaufen Korn und Butter
Und Schwein und anderes Vieh.
Wir ziehen Pferd und Kühe
Und unser Fleiß und Mühe
Gehöret uns allein.

Hali, halo .....

Ihr seid nur arme Schlucker
Besteuert hoch den Zucker
Caffee, Tabak und Wein.
Wenn wir zu Wurst und Schinken
Den besten Rothspon trinken
Schmachtet ihr im Zollverein.

Hali, halo .....

Ihr sucht uns aufzuklären
Wir wollen gern entbehren
Gern euren Zollverein.
Könnt ihr uns sonst nichts geben
Als nur ein schlechtes Leben
Behaltet das für euch!

Hali, halo .....

Text: H. Hoffmann von Fallersleben
Musik: trad.

Wie ist doch die Zeitung interessant

Wie ist doch die Zeitung interessant
für unser liebes Vaterland!
Was haben wir heute nicht alles vernommen!
Die Fürstin ist gestern niedergekommen,
Und morgen wird der Herzog kommen,
Hier ist der König heimgekommen,
Dort ist der Kaiser durchgekommen,
Bald werden sie alle zusammenkommen –
Wie interessant, wie interessant!
Gott segne das liebe Vaterland!

Wie ist doch die Zeitung interessant
für unser liebes Vaterland!
Was ist uns nicht alles berichtet worden!
Ein Portepeefähnrich ist Leutnant geworden,
Ein Oberhofprediger erhielt einen Orden,
Die Lakaien erhielten silberne Borden,
Die höchsten Herrschaften gehen nach Norden,
Und zeitig ist es Frühling geworden –
Wie interessant, wie interessant!
Gott segne das liebe Vaterland!

Text: Heinrich Hoffmann von Fallersleben
Musik: Wolfgang Rieck

Ein schönes Lied aus Old-Mecklenburg

Ei, du lieber Demokrat, alles ist aus;
Recht ist aus, Freiheit aus,
In Malchin großer Schmaus;
Ei, du lieber Demokrat, alles ist aus

Ei, du lieber Demokrat, freue dich doch!
Dort wird für dich gezecht,
Dazu hast du geblecht;
Ei, du lieber Demokrat, freue dich doch;

Ei, du lieber Demokrat, nicht obstinat!
Der keine Ahnen hat,
Lenken willst du den Staat?
Ei, du lieber Demokrat, nicht obstinat!

Ei, du lieber Demokrat, leg dich zum Schlaf!
Schließe die Augen zu,
Bald herrscht ja Grabesruh;
Ei, du lieber Demokrat, leg dich zum Schlaf!

Ei, du lieber Demokrat, zage noch nicht!
Ob auch Gewalt regiert,
Willkür das Zepter führt,
Ei, du lieber Demokrat, zage noch nicht!

Ei, du lieber Demokrat, einst kommt ein Tag,
Da herrscht Gerechtigkeit,
Liebe und Einigkeit;
Ei, du lieber Demokrat, Bald kommt der Tag.

Text: anonym (warsch. Ludwig Reinhard) aus „Reformblatt für beide Mecklenburg“,
Rostock, 22.2.1851,
Musik: trad.