Das Mondschaf Fräulein Guderun

Liedtexte

Das Mondschaf  Fräulein Guderun

Das Mondschaf Fräulein Guderun
hat neunundachtzig Löckchen
in ihrem zarten Mondschaffell
und auch drei Silberglöckchen.
Die läuten fein an Gudruns Hals,
das klingt so zart und leise.
Sie frisst nicht gerne Mondscheingras,
viel lieber: Götterspeise!

Die Gudrun spielt sehr talentiert
auf ihrer Violine
ein Stück vom großen Beethoven:
die Mondscheinsonatine (cis-Moll).
Der Mann im Mond hört gerne zu,
er lächelt sanft und milde.
Darüber, dass hier was nicht stimmt
ist er schon lang im Bilde!

Natürlich weiß die Guderun:
Dies ist ein Werk für Tasten.
Doch nirgends auf dem großen Mond
gibt's solch ein' Klimperkasten.
Und wenn der Geigenton verstummt,
geht müde sie zur Ruh.
Der Mann im Mond, der löscht das
Licht und schließt die Mondtür zu.

Text und Musik: Wolfgang Rieck

Straßenmusik
Oder wie man sein Taschengeld aufbessern kann!

Gestern gab es Taschengeld –
heut ist nichts mehr da.
Dass mir so was nicht gefällt
ist doch völlig klar!
Und so pack ich meine Geige
in den Kasten ein,
stell mich auf den Rathausplatz
und spiele ganz allein’.

Ja, da seh’ ich Katrin gerade,
die aus der 3a.
Ruft sie:“Ist ja große Klasse.
Ich bin auch gleich da!“
Denn sie kann toll Flöte blasen,
dass man nur noch staunt.
Und wenn wir zusammen spielen,
sind wir gut gelaunt.

Erst Ein Tanz von Amadeus –
der geht flott dahin.
Dann ein Menuett von Haydn
Kommt mir in den Sinn.
Eine Fuge von Herrn Bach;
Der war wie das Meer:
Groß und weit und rätselhaft
kommt er stolz daher.

Und die vielen Leute staunen
Auf dem Rathausplatz.
Lauschen unsren Melodien,
selbst ein kleiner Spatz
auf dem Brunnen hört uns zu.
Dann kommt der Applaus –
und ein jeder holt für uns
einen Taler raus.

Gestern gab es Taschengeld –
Heut ist nichts mehr da.
Dass mir so was nicht gefällt,
ist doch völlig klar!
Und so fliegen dann die Münzen –
Ah! – das klingt sehr gut.
Taschengeld ist nun gesichert
im Zylinderhut.

Text und Musik: Wolfgang Rieck

Wenn ich einmal groß bin

Wenn ich einmal groß bin will ich Seemann sein;
den ganzen Tag an frischer Luft bei Wind und Sonnenschein.
Steh am Ruder uns’res Schiffes, wenn das Meer auch tobt,
setz die Segel, hiev den Anker, ich bin sturmerprobt.

Wenn ich einmal groß bin, werd‘ ich Maschinist,
weil es im Maschinenraum so richtig spannend ist.
Pfleg den großen Dieselmotor, der die Schraube dreht,
drück vier Knöpfe, zieh sechs Hebel und das Schiff, das geht.

Wenn ich einmal groß bin, möcht‘ ich Smutje sein;
koche für die Schiffsbesatzung alles lecker fein.
Donnerstags ist Seemannssonntag, da schmeckts doppelt gut:
leck’ren Fisch, Kaffe und Kuchen und was sonst wohl tut.

Wenn ich einmal groß bin, will ich Bootsmann sein;
hochgeschätzt stets von der Mannschaft; teil die Arbeit ein.
Achte drauf, daß alles sauber und gemalert ist, das
alles fuktioniert an Deck und man die Flagge hißt.

Wenn ich einmal groß bin, werd ich Kapitän;
kann mit meinem stolzen Schiff die ganze Welt besehn.
Steh auf der Kommandobrücke – Fernrohr in der Hand
und bestaune ferne Inseln, die noch keiner fand.

Text und Musik: Wolfgang Rieck