Alles muss sich wandeln

Liedtexte

 

 

Alles muss sich wandeln

Alles muss sich wandeln,
nichts bleibt, wie es war.
Was sollt’ uns ein Leben,
das nur unscheinbar
in den Schicksalsfluten
müd’ sich treiben lässt,
allenfalls geborgen
in des Stroms Geäst.

Alles muss sich wandeln,
wenn nach langer Nacht
doch ein Stern der Hoffnung
helles Licht entfacht,
das durch seine Wärme
uns’re Furcht bezwingt
und dem nächsten Tage
neue Kräfte bringt.

Alles muss sich wandeln;
so ist nun der Lauf.
Nichts gibt sich auf ewig
einer Form hin auf.
Selbst der Stein im Strome
weicht des Wassers Kraft,
wenn mit stetem Willen
es sein Bett sich schafft.

Alles muss sich wandeln,
denn wie wär’ die Welt
ohne Für und Wider
traurig nur bestellt.
Und so lasst uns leben,
drauf, das nichts sich fügt,
nichts von ew’ger Dauer
dem Lauf der Zeit genügt.

Text und Musik: Wolfgang Rieck

Jenny

Jenny mit den braunen Augen,
schaut sich um in ihrer Welt,
und sie grient dabei und lacht sich
eins, wie's ihr so grad gefällt.
Ach, den Lockenkopf, den lütten,
trägt sie stolz, ganz von Natur,
und ihr Haar, das ist so schwarz bald,
wie die Nacht in Shrirampur.

Weißes Kleid und rote Wangen,
scheint aus Unschuld nur gemacht.
Bloß noch Flügel braucht der Engel,
wachsen ihr nicht über Nacht.
Wachsen ihr bald mit den Jahren,
glaubt dann nicht mehr jedes Wort,
was die Großen ihr erzählen,
fliegt bald von den Eltern fort.

Und die große Hand von Vater,
hält sich noch gern daran fest,
wenn sie ihre Welt entdecken will
und sich nichts entgehen läßt.
Doch die Welt sind tausend Fragen
nach warum, wozu, wieso.
Will sie gleich und alles wissen,
sonst macht sie der Tag nicht froh.

Jenny mit den braunen Augen,
Mädchen, schön wie ein Gedicht.
Ihr Zuhaus liegt an der Weser,
Anmut spiegelt das Gesicht.
Und zu all den bunten Blättern
an dem großen Lebensbaum
macht der Frühling ein Geschenk sich,
so wie's immer war sein Traum.

Text und Musik: Wolfgang Rieck

Abendlied

Sagt der Tag nun Lebewohl,
wird es Zeit zur Ruh zu gehn.
Und der Abend löscht das Licht,
so als wäre nichts gescheh'n.
Deckt das Land mit dunklem Tuch
und schreibt in sein Tagebuch,
was ihm wichtig sei.

Lust und Qual führ'n seine Hand,
wenn die Feder Wort für Wort,
festhält, was die Welt erlebt
hier und an jedwedem Ort:
Güte, Stolz, manch noble Tat,
Mißgunst, Haß und auch Verrat
sind wohl stets dabei.

Und mit jeder Seite wird
die Erinnerung verwahrt,
dass sie sich am Morgen noch
dem Gewissen offenbart,
und nicht Unbequemem flieht,
sich aus Gutem Hoffnung zieht,
bleibt nichts einerlei.

Sagt der Tag nun Lebewohl,
wird es Zeit zur Ruh zu gehn.
Und der Abend löscht das Licht,
so als wäre nichts gescheh'n.
Deckt das Land mit dunklem Tuch
und schreibt in sein Tagebuch,
was ihm wichtig sei.

Text und Musik: Wolfgang Rieck